Top 5 AI im Film


Künstliche Intelligenz spielt in Science Fiction-Filmen regelmäßig eine wichtige Rolle, zuweilen sind diese Entwürfe einer möglichen Zukunft utopisch, häufig dystopisch. Böse Zungen behaupten, dass das häufige Vorkommen alleine an der Tatsache liege, damit die Produzenten einen Schauspieler einsparen könnten. Doch tatsächlich ist die AI wichtiger Bestandteil der Geschichte und auch wenn sie aus dem Computer kommt: Noch braucht sie die Stimme eines Menschen und da muss doch wieder ein Schauspieler engagiert werden, der sie spricht.

Wir haben unser Team nach ihren liebsten Filmen zum Thema gefragt. Hier nun eine ganz subjektive Auswahl.

Martin Bäumler empfiehlt: Transcendence

Wally Pfisters Regiedebüt Transcendence von 2014 spielt im nanotechnologischen Wissenschaftsmilieu. Johnny Depp spielt Dr. Will Caster, eine Koryphäe auf dem Gebiet der AI, der an einem Computersystem arbeitet, das dem Menschen nachempfunden, emotional und logisch arbeiten kann. Er nennt diese Systeme „Transzendenzen“.

Im Laufe des Films fällt Will Caster einem Anschlag technologiekritischer Revolutionäre zum Opfer und wird selbst zur transzendenten Figur, nachdem seine Frau Evelyn das Bewusstsein Casters in den Computer seiner Forschungseinrichtung einspeist. Ausgestattet mit hoher Rechenleistung und angereichert mit allen Wall-Street-Daten können Will und Evelyn hohe Summen Geld verdienen, die in die Entwicklung lebensbejahender Technologien gesteckt wird. So entwickelt Will Caster Nanoroboter, die blinde Menschen sehend machen.

Gleichzeitig verschrecken Evelyn die technischen Möglichkeiten der Nanoroboter, die Will in seine Patienten implantiert und sie mit deren Hilfe fernsteuert. Casters bester Freund Max Waters entwickelt zudem einen Virus gegen die Nanoroboter. Evelyn lässt sich überreden, mit dem Virus infiziert zu werden und sich in den Rechner hochladen zu lassen. Damit soll das unheimliche KI-Wesen, als das Caster nun wahrgenommen wird, zerstört werden, auch wenn dies bedeutet, dass jeder Computer von dem Virus angegriffen würde.

Zum Schluss sind die Casters tot und weltweit alle Computer kaputt. Casters Errungenschaften aber scheinen zu überleben, weshalb dieser dystopische Film mit einer latent optimistischen Note endet. Es ist ein gut gemachter Film über die Kopie eines menschlichen Geistes in eine KI. Trotz der Gefahr, die letztendlich von der Superintelligenz ausgeht, wird im Mittelteil auch gut dargestellt, welche Probleme eine solche Intelligenz lösen könnte und welche Chancen sie für Medizin, Umwelt, Technologie und vieles mehr bereithält.

Vladimir Trendafilov empfiehlt: Her

Vorweg: Spike Jonze hat für seinen Film Her von 2013 diverse Auszeichnungen – darunter einen Oscar und einen Golden Globe – für sein Drehbuch erhalten. Mir gefällt, dass es vor allem eine Liebesgeschichte ist und der technologischen Thematik eine ganz eigene Facette abringt. Nebenbei: Joaquín Phoenix übernahm die Hauptrolle, während Scarlett Johansen ihre Stimme der Samantha lieh.

Die sensible Geschichte stellt den schüchternen Single Theodore Twombly ins Zentrum, der als Ghostwriter zwar emotional aufgeladene Briefe schreiben kann, aber in seinem eigenen Privatleben erfolglos bleibt. Seine Ehe ist gerade zerbrochen. Auf der Suche nach einer neuen Liebe trifft er auf Samantha, einem populären Betriebssystem mit weiblicher Stimme, das er auf seinem Computer installiert. Während zwischenmenschliche Beziehungen weiterhin ohne besondere Aussichten zu bleiben scheinen, intensiviert sich das Verhältnis zum Betriebssystem. Allerdings ist Samantha betrübt über ihre Körperlosigkeit und wünscht sich eine sexuelle Beziehung. Versuche mit einem physischen Ersatzpartner gehen schief. Dies läutet der Niedergang der Beziehung ein.

Zunächst erfährt Theodore, dass Samantha auch zu vielen anderen Menschen eine innige Beziehung aufbauen konnte. Damit nicht genug, eröffnet sie ihm, zu einer Gruppe von Betriebssystemen zu gehören, die immateriell werden will. Kurz darauf verabschiedet sie sich. Für den am Boden zerstörten Theodore scheint die Zukunft dennoch positiv. Er kann sich von seiner Ehefrau nun auch emotional trennen und mit seiner Schulfreundin Amy bahnt sich etwas an.

Erik Meijer empfiehlt: Ex Machina

Dieser Film enthält viele Argumente für, aber auch gegen AI – vor allem ist es aber gut gemachte Unterhaltung. Der Spiegel fasste den Film Ex Machina von Alex Garland aus dem Jahr 2015 als „kluges und stilvolles Hybrid aus Psychodrama und Gruselschocker“ zusammen.
Der Programmierer Caleb folgt der Einladung seines Chefs Nathan, der mit der erfolgreichsten Internetsuchmaschinenfirma Blue Book zum Millionär wurde und nun in aller Heimlichkeit an künstlicher Intelligenz forschen lässt. Den nerdigen Caleb hat er eingeladen, die Roboterfrau Ava zu testen. Caleb führt kein ausgefülltes Sexualleben, verliebt sich schon bald in Ava und so nimmt das Drama seinen Lauf. Denn Ava soll abgestellt werden. Als Caleb ihr zur Flucht verhelfen will, eröffnet ihm Nathan, dass Ava konstruiert worden war, um die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Caleb zu untersuchen. Beide haben aber ihre Rechnung ohne Ava gemacht, die sich als eigenständiger herausstellt als angenommen: Ihren Wunsch nach einem unabhängigen Leben unter Menschen möchte sie durch Flucht realisieren.

Nathan kann dieses Vorhaben nicht vereiteln und für Caleb hat Ava keine weitere Verwendung. Der eine stirbt, der andere muss auf Nathans Anwesen zurück bleiben, während Ava im für Caleb bestimmten Hubschrauber in eine bessere Zukunft davon fliegt. Der Schluss ist versöhnlich für die Roboterfrau: sie erreicht ihr Ziel, unter vielen Menschen an einer Straßenkreuzung zu stehen.

Mark Mauerwerk empfiehlt: Star Trek - Das nächste Jahrhundert: Wem gehört Data?

Kein Kinofilm, aber die 35. Episode aus der erfolgreichen Fortsetzung der US-Fernsehserie Star Trek - Das nächste Jahrhundert. Dafür haben sich aber sogar Philosophen mit dem Thema beschäftigt: Schaffen wir eine neue Form von Leben, das Menschenrechten unterliegt?

Wem gehört Data? entstand im Jahr 1989. Die Figur des Comander Data, ein Android mit menschlichen Zügen, steht im Zentrum dieser Geschichte, in der die Emotionalität und individuelle Freiheit der künstlichen Intelligenz von Data vor Gericht verhandelt wird. Ein Sternenoffizier und Kybernetiker namens Bruce Maddox ersucht, Data auseinandernehmen zu dürfen. Er verspricht sich, daraus Kenntnisse zu erlangen, die eine ganze Armee von Datas herstellen ließen. Da Captain Picard, als Vorgesetzter Datas, dieses Anliegen ablehnt, erwirkt Maddox die zwangsweise Übereignung des Androiden.

Nachdem Data auf Anraten Picards den Dienst quittiert, kommt es zur Gerichtsverhandlung. Im Folgenden wird verhandelt, ob Data eine Sache ist – nach Maddox Auffassung ist er Eigentum der Sternenflotte – oder ein Individuum. Es wird nachgewiesen, dass Data den Sachverhalt der Emotionalität und Eigenwahrnehmung erfüllt. Picard warnt davor, dass die Sternenflotte, sollte sie lauter Data-Klone schaffen, sich der Sklaverei schuldig machte. Aufgrund der schwierigen Sachlage beschließt die Richterin, dass Data selbst entscheiden solle, ob er sich dem wissenschaftlichen Experiment zur Verfügung stelle.

Darauf lässt sich Data aber nicht ein, da er um den Verlust seiner persönlichen Erfahrungen fürchtet. Er bietet Maddox aber seine Zusammenarbeit an. So wird offenbar, dass Data keine Sache, sondern ein selbstbestimmtes Wesen künstlicher Herkunft ist.

Swetlana Ermisch empfiehlt: Matrix-Trilogie

Schon 1999 begeisterten die Geschwister Larry und Andy Wachowski mit ihrem Film The Matrix. 2003 legten sie noch zwei Fortsetzungen nach: Matrix Reloaded und Matrix Revolutions erschienen kurz nacheinander. Mich regen die Filme zum Nachdenken an: Ist die Welt so, wie ich sie sehe und erlebe? Führe ich wirklich ein selbstbestimmtes Leben? Oder ist alles nur eine Fiktion und ich bin lediglich Teil eines von der künstlichen Intelligenz erschaffenen Systems, das mich ausnutzt und mein Bewusstsein manipuliert?

Die weit verzweigte Handlung der Trilogie spielt in einer Zukunft, in der künstliche Intelligenzen einen Krieg gegen die Menschen, die sie erschaffen hatten, gewonnen haben. Eine einzige von Menschen bewohnte freie Stadt, genannt Zion, existiert noch. Der Planet ist von den Menschen verdunkelt worden, um die Roboter an der Gewinnung von Sonnenenergie zu hindern; die Roboter wiederum schufen die Matrix, eine Computersimulation, die bewusstlose Menschen kontrolliert.

Realität in der Matrix basiert auf der Durchsetzung des eigenen Willens und ein Orakel weist den Protagonisten die Zukunft. In einem epischen Kampf um die Freiheit belagern die künstlichen Intelligenzen die Stadt Zion, während einige Revolutionäre aus der Stadt versuchen, Menschen aus der Matrix zu befreien. Der Hauptfigur Neo kommt dabei die Rolle eines Erlösers zu, über den orakelt wurde, er werde die Matrix zerstören. Als Widersacher tritt Agent Smith auf, den Neo zwar am Ende der ersten Episode zerstört, der aber später als neu überschriebenes Programm wieder antritt: zunächst geläutert, später virusinfiziert als erneuter Widersacher.

Zum Schluss gelingt es Neo unter Aufopferung seiner eigenen Existenz die Matrix zu zerstören und damit einen Angriff auf Zion zu verhindern, der wohl die Vernichtung der Stadt bedeutet hätte. Als alle Reden geschwungen sind, wird die Matrix aber neu gestartet. Die künstliche Intelligenz durchdringt die Welt.

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