4+1: Die Erfolgsformel für Innovationen

4+1: Die Erfolgsformel für Innovationen


Projekte wie eLIZA können nicht in einer Atmosphäre der Angst vor Veränderung entstehen. Sie erfordern eine Kultur der Innovation, eine Atmosphäre des Empowerments und vor allem Strukturen und Prozesse, die auch verrückte Ideen wertschätzen.

Wir sind uns sicher einig: Innovation ist ein grundlegender Bestandteil erfolgreicher Unternehmen und von zentraler Bedeutung nicht nur in Zukunftsbranchen. Innovation verbessert Produkte oder Dienstleistungen kontinuierlich und nachhaltig. Richtig verstanden stellt sie einen andauernden Prozess dar: Innovation ist nie vorbei. Wer überleben will, sollte sich nie auf Lorbeeren ausruhen.

Disruption hingegen ist die radikale Verwandte der Innovation. Eine disruptive Innovation ist keine Innovation, die ein vorhandenes Produkt oder einen existierenden Service einfach nur verbessert, sondern sie schafft grundlegend Neues. Sie kommt meist von außen, wie Clayton Christensen, Professor der Harvard Business School in seinem berühmten Buch „The Innovator´s Dilemma“ beschreibt, wirbelt Branchen durcheinander und kann ganze Industriezweige in den Abgrund reißen.


Selbst aktiv werden

Nun kann man wie ein Kaninchen vor dieser Schlange sitzen. Bevor ein fremdes Unternehmen das eigene Geschäftsmodell disruptiv zerstört, sollte man jedoch lieber selbst aktiv werden. Dazu muss man das eigene Modell ständig in Frage stellen und sich immer wieder neu erfinden. Erfahrungen zeigen: Gerade die cross-funktionale Zusammenarbeit von Experten und Rookies, Denkern und Designern, Bastlern und Machern zeigt oft die besten Ergebnisse.

Bei der Telekom stellt sich der Bereich “Product Innovation”, (PI), als Teil des Vorstandsbereichs Technology & Innovation (T&I) dieser Herausforderung. PI entwickelt innovative Produkte und schließt Partnerschaften mit Software- und Hardware-Anbietern mit dem Ziel, die Innovationskraft der Deutschen Telekom immer neu unter Beweis zu stellen.


Aller guten Dinge sind fünf

Die empirische Innovationsforschung zeigt uns, dass ein Schlüssel zum Erfolg die disziplinierte Beschränkung auf Weniges ist. Dieses Wenige sollte man einerseits mit Hartnäckigkeit und Perfektionismus, gleichzeitig aber flexibel und experimentierend verfolgen. Diesem Imperativ folgend haben wir 2016 4+1 Innovationsprioritäten selektiert. Vier sogenannte „blaue Themen“ sind nah an unserem Kerngeschäft, nah am Netz und unseren aktuellen Produkten und Services, nah am Markt und den Bedürfnissen unserer Kunden. Diese Themen haben einen deutlichen Mehrwert, der messbar ist in Euros und Kundenzufriedenheit.

Das fünfte Thema ist das sogenannte „grüne Thema“. Es birgt die Möglichkeit, ein so genannter Game Changer zu werden, der Märkte radikal verändern kann. Hinsichtlich seiner technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist ein solches Zukunftsthema noch nicht vollständig erfasst und wird von uns erforscht und getestet. Dabei haben wir geschaut, unter welchen Umständen eine neue Technologie das Potenzial hat, einen Schmerzpunkt oder eine Geschäftsmöglichkeit der Telekom weniger inkrementell als vielmehr disruptiv zu adressieren.

Daraus ergab sich die Formel „4+1“ und im Einzelnen die folgenden Innovation Topics, die cross-funktional und in Zusammenarbeit mit allen Geschäftseinheiten der Telekom umgesetzt werden:

4+1 Innovation Topics

 

  • T-Connectivity befasst sich mit der Weiterentwicklung des heimischen WLAN und dem universellen Netzzugang. 

  • Home schaut auf die Themen nahtlose Konvergenz und Smart Home. 

  • Internet of Things (IoT) beschäftigt sich mit der schmalbandigen Funktechnologie NarrowBand IoT.
  • eCare & eSales entwickelt den digitalen Kundenassistenten und eine Plattform für zukünftige 
Produkte mit künstlicher Intelligenz.

    Das radikal neue
 Innovationsthema:
  • 5G/Low Latency schließt u. a. die Themen virtuelle und erweiterte Realität (VR/AR), Robotik sowie die notwendigen technischen 
Strukturen mit ein.


Auch in den blauen Themen verstecken sich bahnbrechende Veränderungen. So haben wir beispielsweise in der Vergangenheit viele umfangreiche Programme zur Verbesserung des Kundenservice aufgesetzt und erfolgreich exekutiert. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erklimmen wir hier nun das nächste Level mit der digitalen Assistentin Tinka.

„Der Einsatz Künstlicher Intelligenz hilft uns, unsere Servicemitarbeiter von Routineaufgaben zu entlasten. So gewinnen wir wertvolle Zeit, um die Anliegen unserer Kunden persönlich zu lösen – und das noch häufiger beim ersten Kontakt. Disruptive Technologien wie Big Data, IoT & Co versetzen unsere Servicemitarbeiter zudem in die Lage, gezielter auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen und ihnen eine individuelle Serviceerfahrung zu bieten - und das über die gesamte Prozesskette hinweg", sagt Ferri Abolhassan, Geschäftsführer Service Telekom Deutschland und Business Lead des eCare & eSales @ Innovation Topics.


Alles neu zugunsten der Innovation

Ohne interne Strukturen wäre es nicht möglich, über Innovation neu nachzudenken. Dazu haben wir uns die Art und Weise angeschaut, wie wir Innovationsprojekte in der Vergangenheit gemanagt haben. Was war erfolgreich? Was gut hat funktioniert? Was kann man optimieren? Was sollte man unterlassen? Daraus haben wir unsere „Post Mortem Lessons Learnt“ gezogen und uns einigen Regeln und Rezepten verschrieben, um nicht wieder in ähnliche Muster zu verfallen.

Dazu gehört zum Beispiel auch eine neue eigene Governance für die 4+1: Wir managen die Mittelvergabe über ein schlankes Investment Committee, angelehnt an Gründungs- und Wagnisinvestoren. Budgets werden auf Basis des Erreichens vereinbarter Meilensteine, das heißt erfolgsbasiert freigegeben. Das schafft Freiraum, ist „lean“ und löst uns von konzerntypischen Steering Committees.

Darüber hinaus steht ein spezieller Corporate Innovation Fund (CIF) zur Verfügung, der unterjährig aufkommende, interne Innovationsprojekte unterstützt. Projekte, die sich um CIF-Budget bewerben, müssen klar den Kundennutzen und Innovationspotential mit Mehrwert für die Telekom aufzeigen. Möglich sind zum einen komplett neue Geschäfts- und Produktideen, die in der frühen Phase des Innovationsprozess unterstützt werden für Aktivitäten wie Konzepterstellung, Marktforschung, Realisierung von Prototypen etc. Wir bezeichnen diesen Schritt als so genanntes „Seed-Funding“.

Die zweite Möglichkeit im Rahmen des so genannten „Acceleration-Funding“ zielt auf die beschleunigte Skalierung bestehender Innovationsprioritäten und Projekte, um den Markterfolg zu realisieren.

Ein eigenes Investment Management und Enabling-Team unterstützt die Teams in den internen Konzernprozessen, damit sich die Teams auf die eigentliche inhaltliche Arbeit fokussieren können. Gesteuert wird – fast folienfrei – über ein Projektmanagement-Tool und agile Methoden. Um die spätere Aufnahme der Innovation in den operativen Geschäftseinheiten sicherzustellen, stehen jedem Innovation Topic Lead mindestens zwei Business Leads mit direkter Markt- oder Technikverantwortung aus den Geschäftseinheiten zur Seite. Um operative Exzellenz zu erreichen, beauftragen wir daneben Wissenschaftler und Tekkies, die mit 
den Teams „in der Werkstatt“ am Prototyp, am Code oder Flip-Chart arbeiten.

“Durch den neuen Fokus und frischen Angang schaffen wir die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung bei T&I. Damit stärken wir unsere Innovationskraft, um unsere Privat- und Geschäftskunden optimal in ihre digitale Zukunft zu begleiten“, so Innovationschef Christian von Reventlow.

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