Erfolg durch Innovation

Oder: Warum meine Tante ein neues Telefon bekommt

Neulich fragte meine Tante, was ich denn aktuell so mache. Ich erklärte ihr, dass ich bei der Deutschen Telekom an einem Projekt zur Künstlichen Intelligenz arbeite. Sie schnappte kurz nach Luft, erinnerte sich an irgendeinen Ärger, den sie mal mit ihrem Telefon hatte und sagte:

“Es reicht bei denen wohl nicht mehr mit der natürlichen Intelligenz?!”

Nun ist Tantchen schon gut in den Achtzigern. Technisch ist sie sicher auch nicht auf dem neuesten Stand. Sie hat sogar noch ein Telefon mit Wählscheibe. Aber eine ähnliche Reaktion bekomme ich von vielen meiner Bekannten: “Telekom und Künstliche Intelligenz?”

Zugegeben, ich hatte auch meine Bedenken und das ein oder andere Vorurteil. Dabei ist die Deutsche Telekom längst nicht mehr die alte Bundesbehörde. Hier weht längst ein neuer, ein frischer Wind.

Ich habe diese junge Seite der Deutschen Telekom schon während meines Studiums kennen lernen dürfen. Das einstige Staatsunternehmen hatte nämlich 2004 die Telekom Innovation Laboratories (T-Labs) gegründet – gemeinsam mit ausgewählten Universitäten, vor allem der Technischen Universität Berlin. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die T-Labs “als Supporter, Challenger und Joker bzw. Disruptor” alle Einheiten des Konzerns bei der zukünftigen Transformation unterstützen sollen. Klar: wo, wenn nicht an der Uni, herrscht eine Atmosphäre des “neu denken dürfens” abseits gefestigter Pfade.

Seit 2006 kooperieren die T-Labs mit der israelischen Ben-Gurion-Universität des Negev in Be'er Scheva und anderen Universitäten wie der Universität der Künste in Berlin und der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest sowie mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft und Start-ups. An den Standorten Berlin, Darmstadt, Budapest und Mountain View (USA) konzentrieren sich die T-Labs auf lang- und mittelfristige Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Stellt Euch vor: Hier arbeiten rund 360 Experten und Wissenschaftler aus einer Vielzahl von Disziplinen sowie junge Unternehmer aus mehr als 25 Nationen zusammen!

Das hat mir immer so gefallen: diese internationale Ausrichtung, das gemeinsame Forschen an Dingen, die das Morgen (hoffentlich) besser machen. Hier habe ich die Möglichkeit, aktiv Zukunft zu gestalten.

Zusätzlich zu den bestehenden Standorten in Berlin, im Silicon Valley und in Israel setzt die Telekom jetzt auch auf Kooperationsprojekte mit europäischen Partnerhochschulen. Der neue Lehrstuhl „Data Science and Engineering“ an der Fakultät für Informatik der Eötvös Loránd Universität (ELTE) in Budapest ist das erste Forschungsprojekt der T-Labs in Ungarn. Das Data Science and Engineering Lab startet zum Wintersemester 2016/17. Kooperationen mit weiteren europäischen Universitäten sind in Planung.

Die Telekom hat sogar einen eigenen Innovationschef, Christian von Reventlow. Der sagte mal: "Wir glauben an die Zukunft von Europa". Auch der Rektor einer der teilnehmenden Unis, Barna Mezey, will mit den gemeinsamen Aktionen keinen akademischen Elfenbeinturm bauen, sondern sieht den europäischen Gedanken im Vordergrund:

"Erfolg kann nur von innovativen und langfristigen Investitionen kommen, die auf Kooperationen basieren.”

Gemeinsam statt einsam, sozusagen.

Sonst wird ja immer Konfuzius zitiert, der sicher auch Schlaues zum Thema Erneuerung gesagt hat, aber ich lass hier mal den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu Wort kommen: “Die Antwort der Erneuerung und der Innovation lautet: Vorfahrt für Investitionen in Bildung, Forschung und digitale Infrastruktur!" Als hätte er die Deutsche Telekom beschrieben, oder? Dabei war es eine Forderung, die er im Januar beim Symposium Deutschlands Zukunft – Innovationsagenda #de2025 stellte.

Mein Eindruck ist, dass die Deutsche Telekom die viel zitierte Digitale Transformation tatsächlich lebt. Innovation – und ihre brutale Schwester, die Disruption – versteht sie nicht als beängstigend und bedrohlich, sondern als ständige Herausforderung. Das ist sicher auch einer der Gründe, dass wir sehr markt- und praxisorientiert arbeiten.

Dafür gibt es sogar einen eigenen Bereich mit dem schönen Namen Innovation Development. Hier geht es um gegenwärtige und zukünftige Geschäftsbereiche der Telekom. Die Forschungs- und Innovationsarbeit konzentriert sich vor allem auf neue Technologien, die in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren auf den Markt gebracht werden können, dabei fließen auch aktuelle Trends ein. Schließlich hängt der Markterfolg neuer Produkte und Dienste stark davon ab, inwieweit wir die tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse der Kunden treffen.

Abgesehen von den Werten und der Philosophie des Unternehmens: Ich erlebe hier tatsächlich auch im tagtäglichen Arbeiten eine sehr offene Kultur. Es herrscht eine Hands-on-Haltung, jeder nimmt teil, macht und tut und das bei flachen Hierarchien. Wir sind natürlich alle noch in einer Lernphase. Gerade das Thema Künstliche Intelligenz ist komplett neu. Aber die Deutsche Telekom bietet die Möglichkeit, in kurzen Iterationen zu schauen, wie der Kunde, wie der Markt auf Tinka und alles was da noch kommt, reagiert.

Klar: IBM, Microsoft, Google und Co sind die ersten, die dir in den Sinn kommen, wenn du an KI denkst. Dabei haben wir in kurzer Zeit fast Unglaubliches geleistet. Österreich war gewissermaßen unser Laboratorium: Wir waren vor über zwei Jahren dort mit Tinka am Markt, noch bevor über Chatbots diskutiert wurde, bevor es ein Hype wurde.

Nun gibt es ja gefühlt mittlerweile überall einen Bot, die aber oft noch Kinderkrankheiten haben. Oder die Versuche gingen nach hinten los wie mit Tay von Microsoft. Ihr erinnert euch: “Je mehr du redest, desto schlauer wird Tay", versprach Microsoft. Tay konnte Witze erzählen, Spiele spielen, Geschichten erzählen. Blöd nur, dass es von den Usern lernen sollte und auch schlimme Dinge nachplapperte, so schlimm, dass Microsoft sie abschalten musste. Es kommt halt immer auf den Umgang an, das predigte mir früher schon Tantchen immer. Microsofts virtueller Assistentin Cortana ging es nicht besser. Unserem Alien Tinka ist so etwas nicht passiert. Sie lernt und entwickelt sich, von vielen unbemerkt, im fernen Österreich und wir können so wertvolle Erkenntnisse sammeln. Als dann alle Messenging-Plattformen einen Bot herausgebracht haben, konnten wir dank eineinhalb Jahre Erfahrung einen Facebook-Bot live gehen lassen.

Um den Bogen zu schließen: Tantchen wird noch froh sein, dass ich am digitalen Assistenten mitgearbeitet habe. Dann nämlich, wenn sie ratzfatz mit ihrem Service-Anliegen fertig ist. Als erstes werde ich ihr jetzt aber ein neues Telefon kaufen. Ich sage nur: Wählscheibe! Irgendein Technik-Museum freut sich bestimmt über ihren historischen Apparat.

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