Rückblick auf die AI-Events Mai 2017


Das Thema Künstliche Intelligenz wird immer wichtiger. Dies wird auch sichtbar an der wachsenden Zahl an Kongressen und Fachveranstaltungen zum Thema. Zuletzt fanden in London u.a. der AI Summit, in Berlin die Digital Future und in Seattle die Microsoft Build 2017 statt. Ob es Zufall war, dass sie alle im M-AI stattfanden?


AI Summit, London

Der AI Summit ist eines der größten Fachevents der Welt zum Thema Künstliche Intelligenz. Für die Deutschen Telekom nahm Miles Lynam-Smith an einer Panel-Diskussion teil, um dort seine Erfahrungen zu teilen. Gleichzeitig ging es auch darum, weitere Kontakte in die AI-Branche zu knüpfen und mehr über die Bemühungen anderer Unternehmen zu erfahren. Von A wie Anwalt (Vortrag der Anwaltskanzlei Bird & Bird) bis Z wie Zug (Vortrag Deutsche Bahn) waren viele bekannte und weniger bekannte Player vertreten. Im Rahmen der Expo gab es zudem die Möglichkeit, mit teilweise noch unbekannten Start-ups zu sprechen.

Martin Bäumler, Marketing-Lead beim eLIZA-Projekt der Deutschen Telekom, war u.a. von Chema Alonso, Chief Data Officier von Telefonica, beeindruckt: „Chema ist ein Mensch, den man eher auf einer Skateboardbahn vermuten würde als bei einem TK-Konzern. Mit Wollmütze, Star Wars-T-Shirt und Jeans tollte er über die Bühne und zeigte Powerpoint Slides voll mit selbstgemalten Bildern und Zeichnungen. Chema bedient keine klassischen Firmenprozesse mit schönen Bildern, sondern gibt ihnen direkt eine Form, nur mit einem Filzstift.“

Bevor Alonso zur Telefonica kam, war er ein bekannter Hacker, der alle möglichen Hackerpreise und Hackerwettbewerbe gewonnen hat. Bäumler berichtet weiter: „Interessant war seine vollkommen andere Sicht auf die Daten eines Telekommunikationskonzerns und deren Verwendung. Alonso verfolgt den rigorosen Ansatz, dass die Daten des Kunden dem Kunden gehören und dass dieser damit tun kann, was er will. Der Kunde ist dann folgerichtig aber auch für seine Daten und den Umgang damit selbst verantwortlich.“

Alonso erinnerte Bäumler an T-Mobile-Chef John Legere, von dem das Handelsblatt einmal titelte: „Popstar in Magenta“. „Leute, die Dinge anders tun, sind auch völlig andere Persönlichkeiten, als man sie typischerweise in Management Etagen vermuten würde. Das finde ich sympathisch.“
Es herrscht also große Aufbruchsstimmung. Es wird nicht nur viel über AI gesprochen, es wurden auch schon erste Konzepte erfolgreich umgesetzt. Bäumler sagt: „Jeder hat enorm viel auf seiner Roadmap und viele haben sehr große Visionen. Die Telekom ist sehr gut unterwegs und weiter als viele Andere, jedoch noch lange nicht an der Spitze.“

Im Gespräch mit anderen Unternehmen und im Rückblick auf den Summit kommt Bäumler zum Schluss, dass zwei Grundsätze des Marketings sich immer mehr bewahrheiten: „Beginne mit einem Kundenproblem, nicht mit der Technik. Mache etwas, nicht nur weil du es kannst, sondern um ein Problem damit zu lösen. Diese beiden Sätze haben schon immer meine Arbeit als Produktmanager definiert, in unserer hochtechnisierten Welt manifestieren sie sich noch viel deutlicher.“


Digital Future, Berlin

Jan Morgenthal, Chief Product Owner beim eLIZA-Projekt, nahm als Keynote-Speaker bei der Digital Future teil. Sein Thema: „Why Conversational Bots Disappoint and How to Build Better Ones“ Die Digital Future ist eine der größten wissenschaftsnahen Veranstaltungen in Deutschland. Veranstaltet wird die Konferenz vom Zuse Institut Berlin, gemeinsam mit dem Berlin Big Data Center, dem Einstein Center Digital Future, der Alfred Herrhausen Gesellschaft und dem Tagesspiegel. Morgenthal sagt: „Dieser Kongress ist ein idealer Ort, um einerseits die aktuellen Entwicklungen rund um KI zu verfolgen und live zu erleben, aber auch mit der deutschsprachigen AI-Community Kontakte zu knüpfen, sowie entsprechende Experten für die Telekom zu begeistern. Hier können wir mehr Kontakte zu Universitäten knüpfen sowie Nachwuchsforscher treffen.“

Die Veranstaltung zeigte: In der Wissenschaft spielt KI bereits eine größere Rolle als in Unternehmen. Insbesondere die Einsatzfelder sind deutlich größer, aber die meisten Anwendungen stecken noch in den Kinderschuhen. Morgenthal sagt: „Die Beiträge der Wirtschaft haben sich meistens noch auf den Aufbau von entsprechenden Abteilungen bezogen. Der Einsatz von KI war zwar in der Planung, aber noch nicht im Einsatz, da scheinen wir bei der Telekom einen kleinen Vorsprung zu haben.“ Sein ironisches Fazit zur Digital Future: „Präsentation aus der Wissenschaften sind deutlich schwieriger zu verstehen als solche aus der Wirtschaft. Wissenschaftler tendieren selbst bei relativ einfachen Sachverhalten zu sehr komplexen Erklärung und zu vollen Folien für ihre Präsentation.“


Microsoft Build 2017, Seattle

Deutlich weiter reiste Mark Mauerwerk mit dreien seiner Kollegen. Sie nahmen an der Microsoft Build 2017 in Seattle teil, den größten jährlichen Fachevent von Microsoft. Teilnehmer können sich einen Überblick über die aktuellsten Technologien zu verschaffen und im Rahmen so genannter Immersion Workshops die Technologien im Rahmen eines End-to-End-Szenarios eigenständig ausprobieren. Mark Mauerwerk, Chief Architect beim eLIZA-Project, sagt: „Außerdem bestand die Möglichkeit Microsoft-Architekten persönlich kennen zu lernen und Optionen zu möglichen Einsätzen bei der Telekom zu eruieren. Uns war es zudem wichtig, Kontakte zu knüpfen, neue Erfahrungen zu sammeln und uns fortzubilden durch Vorträge, Gespräche und intensiven fachlichen Austausch.“

Längst ist Microsoft kein rein proprietärer Software-Anbieter mehr, sondern hat sich zu einem Technologie-Unternehmen entwickelt, das offene Standards in ihre eigenen Produktstacks integriert. Mauerwerk sagt: „Ich finde es beeindruckend, wie sich das Unternehmen entwickelt und dabei Virtual und Augmented Reality und AI verknüpft, um Probleme in der realen Welt zu lösen. Die Bandbreite ist dabei riesig und geht beispielsweise von Healthcare bei Operationen über Krebsvorsorge bis hin zum Design eines Bühnenbilds des Cirque Du Soleil.“

Mauerwerk nahm am AI Immersion-Workshop teil. Hier konnten die Teilnehmer eigene Bilder verwenden, um mit Cognitive Services Gesichter sowie deren emotionalen Zustand zu erkennen. „Das alles ging mit einem eigenen Account in der Azure Cloud, die wirklich einfach zu bedienen ist“, so Mauerwerk.

In Seattle lernte er auch den Traum jeden Trekkies kennen: „Es wurde ein virtueller Dolmetscher vorgestellt, der auch klingonisch versteht, und ein Presentation Translator, der den zu einer Powerpoint-Präsention gesprochenen Text in Echtzeit übersetzt.“ Es geht also mit Warp-Geschwindigkeit voran und bevor sich Mauerwerk wieder nach Deutschland beamte, zog er sein Fazit: „Wir konnten einen guten Eindruck darüber gewinnen, was mit AI heute schon möglich ist. Mit meinem neuen Wissen können wir Dialoge noch intelligenter gestalten.“

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