Rückblick auf die AI-Events Oktober 2017

Rückblick auf die AI-Events im September 2017


Sowohl beim IBM Watson Summit in Frankfurt am Main, als auch beim World Summit AI in Amsterdam berichteten verschiedene Unternehmen von ihren Erfahrungen mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Auch Experten der Deutschen Telekom waren vor Ort und demonstrierten, welche Meilensteine die Telekom im Kundenservice bereits erfolgreich bewältigen konnte.


Rückblick IBM Watson Summit, Frankfurt am Main

Früher hatte nur Sherlock Holmes einen, nun kann ihn prinzipiell jeder haben: einen Watson. Beim IBM Watson Summit in Frankfurt ging es natürlich nicht um Kriminalromane, sondern um die gleichnamige Künstliche Intelligenz von IBM.

Für die Deutsche Telekom nahmen Vidya Munde-Müller, Product Manager User Interfaces, und Joachim Stegmann, Head of Future Communication, teil. Munde-Müller über die Eröffnungsrede von Martina Koederitz, General Manager von IBM Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH): “Koederitz erklärte, Cognitive Learning müsse mit der Cloud einhergehen – so könne die Informationsfülle besser verteilt werden. Das ist folgerichtig, denn: Nur ein Drittel aller Unternehmensentscheidungen sind richtig. Wichtig sei aber vor allem, Daten zu sichern. Koederitz erzählte, dass IBM eine der ersten Firmen sei, die einen EU weiten Code of Conduct zur Datentransparenz entwickelt habe. Das waren interessante Aspekte.“


Ratten kommunizieren über digitale Netzwerke


Auch die Keynote von Dr. Miriam Meckel traf auf Interesse. Die Forschung und Entwicklung von eben jener gedankengetriebenen Interaktion mit Computern zeige, dass Technologien derzeit im Stande sind, Buchstaben zu erkennen. Schwieriger sei es jedoch mit der anderen Richtung: dem menschlichen Gehirn externe Daten mittels elektronischer Verbindung einzutrichtern. Aber bei Ratten hat man es schon probiert und da funktionierte es sogar über eine weite Distanz. Eine Ratte in Washington lernte Dinge von einer Ratte aus Rio über ein digitales Netzwerk.

Munde-Müller sagt: „Facebook kann sich vorstellen, dass wir in der Lage sind, nur durch Gehirnaktivität und ohne Tastatur, 100 Worte in der Minute zu schreiben. Diverse Start-ups erkunden zudem, wie Informationen vom Rechner zurück ins Gehirn geschickt werden können. Solche Erkenntnisse können in der Medizin Möglichkeiten für gelähmte Menschen schaffen, die nicht mehr sprechen können, sich dennoch mit Schrift zu artikulieren. Meckel berichtet auch von einem Selbstversuch, nach dem sie 36 Stunden nicht habe schlafen können. Und schließlich warf sie die Frage auf, was passiert, wenn Gehirne ein Eigenleben entwickeln? Wenn die Menschen anfangen, sich Chips ins Gehirn zu implantieren, könnte die Zukunft einem Neuro-Kapitalismus gehören.“ Munde-Müller ist sich mit vielen einig: „Dies war ein toller Vortrag.“


Künstliche Intelligenz im Kundenservice der Telekom


Der Nachmittag stand dann im Zeichen kurzer Panels. Unter dem Titel Architecting Disruption berichtete unter anderem Joachim Stegmann über den Einsatz von KI im Kundenservice. Zurzeit sind Services fragmentiert und nicht verbunden. Unterschiedliche Touchpoints greifen auf unterschiedliche Silos zu. Es gebe statischen, vorfabrizierten Content. Unterstützung und Beratung erfahre der Kunde durch Menschen, im Sinne einer Selbstbedienung, einer „self-care“ hingegen seien die Erfahrungen sehr eingeschränkt.

Stegmann versprach: „Dies wird sich ändern. Ziel ist es, eine einzige Quelle für den eCare einzurichten, bestehend aus eigenen und eingekauften Angeboten. Es wird KI-basierten, kontext-sensitiven und personalisierten Content geben, bei dem der Kunde kaum noch den Unterschied zu händisch erstellten Service-Angeboten merkt. Für alle Produkt-Kategorien wird es einen konsistenten Assistenten geben.“

Stegmann stellte die aktuellen Erfahrungen mit digitalen Assistenten vor. T-mobile Austria arbeite seit geraumer Zeit mit Tinka, einem Chatbot, der die Anfragen der Kunden bearbeitet. Als kleiner Showact war Tinka als 3D-Hologramm auch auf dem MWC 2017 zu sehen. Eine kommerzielle Nutzung sei jedoch (noch) nicht vorgesehen. Hier ging es vielmehr darum, die technischen Möglichkeiten auf Basis von Sprach- und Gestenerkennung sowie Intent-Klassifizierung zu demonstrieren.

Der Experte für Innovation erzählte von den Erfolgen der Telekom: „Als Proof of Concept bewährt sich Künstliche Intelligenz bereits im Chat oder am Telefon im Kundenkontakt. Sie steht 24/7 ohne Wartezeit zur Verfügung und kann einen Großteil der Anfragen bereits beantworten. Falls nötig, kann sie nahtlos an den Agenten weiterleiten.“

Auch als Unterstützung für den menschlichen Kollegen haben sie sich im Proof of Concept bewährt. „Die Agenten finden schneller die richtigen Antworten und wir können so eine konsistente Qualität der Informationen gewährleisten“, erläutert Stegmann. Schließlich stellte der Experte noch die Lessons learned vor. Im Bereich des Data Vorverarbeitung, des NLU Trainings und der Informationsgewinnung habe man alle Herausforderungen gelöst. Bei der NLU Performance, dem Wissensmanagement und einem grundsätzlichen Dialogmanagement sei man auf einem guten Weg. Noch Entwicklungsarbeit benötigen hingegen die Bereiche des fortgeschrittenen Dialogmanagements und des dynamischen Lernens.

 

Rückblick World Summit AI, Amsterdam

Einige Tage später fand der World Summit AI in Amsterdam statt. Hier trafen sich über 100 der hellsten Köpfe aus dem Bereich künstlicher Intelligenz mit 2.000 der weltweit aktivsten AI-Forscher. Zwei Tage Wissensaustausch, Networking und Keynote-Präsentationen führten die drei Säulen des AI-Öko-Systems zusammen; Unternehmen, Start-ups & Investoren sowie Deep Tech. Jan Morgenthal, Chief Product Owner bei der Deutschen Telekom und verantwortlich für das Eliza-Projekt, nahm als Panelist im Rahmen einer Enterprise Story teil und führte gezielte Gespräche mit AI Start ups & Experten.

Ungewöhnlich war die Präsentation des ersten afghanischen All-Girl-Robotik-Team. Der Gruppe von sechs Teenager-Mädchen aus Afghanistan wurde kürzlich erst die Einreise in die USA verweigert. Die Mannschaft hatte gehofft, in einem internationalen Robotik-Wettbewerb in den USA antreten zu können. Nun präsentierten sie ihre Arbeit in Amsterdam. Morgenthal sagt: „Das hat mich beeindruckt. Hier werden afghanische Mädchen gezielt an die Themen AI und Robotics herangeführt und das obwohl sie in einem quasi mittelalterlichen Land wohnen. Es war äußerst interessant und ein gutes Zeichen, wie Technologie die Brücke zwischen
Moderne und Tradition schaffen kann.“


Künstliche Intelligenz bei der NASA


Morgenthal traf einige interessante AI-Experten und Vendoren, wichtige Partner für die Zusammenarbeit. „Auf Enterprise-Level war aber sehr schnell klar, dass wir als Telekom dem Markt voraus sind, zumindest in EU“, so Morgenthal. Er schmunzelt: „Ich habe wohl eher anderen Enterprise Vertretern geholfen, als dass ich mehr Input beziehen konnte.“

Ein Highlight des Events war für ihn der Vortrag von Steve Chien von der NASA. Morgenthal berichtet: „Sie setzen Machine Learning bereits seit Jahrzehnten ein. Chien hat einen guten Überblick gegeben, welche Rolle dies beim Mars Roboter Curiosity spielte. Es ist ein ganz anderes Feld für mich persönlich und die Telekom, aber der lange
operative Einsatz und die erzielten Ergebnisse sind dafür umso beeindruckender gewesen.“

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