Tinka als 3D-Hologramm auf dem Mobile World Congress 2017

Tinka als 3D-Hologramm auf dem Mobile World Congress 2017


Vom 27. Februar bis 02. März 2017 zog es wieder alles, was Rang und Namen im Bereich der Telekommunikation hat, nach Barcelona zum Mobile World Congress. Er findet seit 1987 jährlich statt und gilt als die wichtigste Messe seiner Art in Europa. 108.000 aus 208 Ländern besuchten die Veranstaltung, 3.500 internationale Pressevertreter berichteten über neue Trends, innovative Produkte und Services. Joachim Stegmann, Teamleiter Future Communication bei der Deutschen Telekom, sagt: “Es für uns eine der wichtigsten Messen. Alle großen Unternehmen sind hier vertreten. Hier haben wir die meiste Reichweite, erreichen wichtige Entscheider.”

Wenn der Schwerpunkt beim Messestand der Telekom eher auf 5G lag, so war es doch eine ganz besondere Dame, die im Auftrag der Telekom die Herzen der Besucher eroberte: Tinka.           

Eigentlich kennt man das Alien mit Wahlheimat Österreich von der Website der T-Mobile Austria. In Barcelona allerdings warf sie als lebensgroßes 3D-Hologramm den Besuchern des Telekom-Standes 3D-Herzen zu. Ein Effekt, der ankam. Interessenten blieben stehen, kamen mit den Telekom Mitarbeitern ins Gespräch, schauten sich das Alien mit Schmäh genauer an und sprachen auch mit ihr. Fragten etwa, wie der amtierende US-Präsident heißt und auch sein Vorgänger. Die Computerstimme beantwortete das genauso wie Fragen zum Stand und zur Telekom.

“Künstliche Intelligenz ist eine Enabling Technology wie Big Data, die überall in allen Branchen zum Einsatz kommt”, so Joachim Stegmann, “die verschiedenen Assistenten haben unterschiedliche Ausprägungen. Uns ging es darum, einen Eyecatcher zu haben, der effektvoll auf das Trend-Thema KI aufmerksam macht. Es gibt persönliche Assistenten wie Siri auf dem Smartphone, so etwas wollten wir nicht zeigen. Wir wollten ihn als Company Assistant präsentieren.” Dieser Assistent berät Kunden hinsichtlich der Produkte und Dienste der Deutschen Telekom und hilft bei Störungen. “Eben ein Digital Enterprise Assistant.”

Auf der Messe war Tinka nicht nur ein Text Chatbot, sie stand als 3D-Hologramm im Zentrum der Aufmerksamkeit. Während der Chatbot in Österreich Kundenfragen zu Handys sowie Mobilfunk-Produkten und -Diensten und weitere tägliche Anliegen per Textchat bearbeitet, wurde das englischsprachige Pendant für den MWC anders konzipiert: Der digitale Assistent dort sprach und beherrschte auch spontane alltägliche Themen. Die Fragen an Tinka wurden über die Google-Spracherkennung in Text umgewandelt. In Sekundenbruchteilen interpretierte sie den Text, schickte ihn an die Wissensdatenbanken Wolfram Alpha und Knox und generierte die Antwort.

Stegmann: “Das zog die Leute an, sich mit der Thematik zu befassen. Unser Stand war ständig gut besucht. Alle haben neugierig zugeschaut und mitgemacht.” Technisch war es eine Herausforderung, auf der lauten Messe mit Spracherkennung zu arbeiten. “Freisprechend geht da gar nichts”, so Stegmann, “wir hatten Spezialmikrophone, mit denen es fast perfekt klappte.” Auch auf Gesten reagierte Tinka und so waren die Reaktionen durchweg positiv und begeistert. Doch gab es Besucher, die das arme Alien etwas überforderten und Fragen stellten, auf die es keine Antwort wusste. “KI-System wissen das, worauf sie trainiert sind”, schmunzelt Stegmann, “manche Menschen erwarten zu viel, denken, eine KI müsse alles können und kennen. Das ist natürlich unmöglich. Vermutlich haben sie durch Science Fiction-Filme ein falsches Bild.”

Eine der häufigsten Fragen: Gibt es bald Hologramme in Shops? “Natürlich wäre so etwas denkbar, aber das stand für uns nicht im Fokus. Wir wollten ein visionäres Exponat schaffen, das Aufmerksamkeit generiert. Die meisten Besucher haben die 3D-Tinka denn auch als Promotion von KI im Kundenservice und Sales verstanden”, sagt Stegmann und ergänzt: “Wir müssen nun mal die Neugier wach halten und immer mal wieder kleine Teaser herausgeben, um zu zeigen, womit wir uns beschäftigen.”

Üblicherweise haben Entwickler von künstlichen Intelligenzen das kleine Problem, das keiner sieht, was unter der Haube ist: KI ist eine Black Box. Stegmann sagt: “Der Vorteil von KI ist nüchterner als was man gemeinhin denkt: Sie können halt besser mit großen Datenmengen umgehen.” Exponate wie das 3D-Hologramm sind daher wichtig, denn sie ermöglichen den emotionalen Kontakt mit etwas Abstraktem.            

Das Team war wie alle Messemitarbeiter von früh bis spät für die Interessenten da. Nahezu durchgängig kamen Besucher und fragten das Team aus: "Manchmal müssen wir uns aufteilen, um die Besucher gruppenweise zu beraten", sagt Diorella Stern, die mit ihren Kollegen den Stand betreute. Einige wollten wissen, wie sie künstliche Intelligenz bei sich im Unternehmen aufbauen können. Andere probierten am Stand online den Chatbot Tinka auf der Webseite von T-Mobile Austria aus – und meinten, dass dieser etwa im Vergleich zu Siri besser läuft. "Das liegt daran, dass wir uns im Projekt eLIZA auf künstliche Intelligenz für Service und Kundenanliegen konzentrieren – und damit manche Erwartungen besser treffen", so Benjamin Bauer, der ebenfalls Rede und Antwort stand.

Das 3D-Hologramm macht jetzt erst einmal Pause, die Online-Tinka ist dagegen dauerhaft im Einsatz. “Mal schauen, auf welcher Messe wir die 3D-Tinka wieder aktivieren, vielleicht auf der IFA in Berlin. Aber bestimmt kann sie beim nächsten Mal was Neues. Wir wollen ja interessant bleiben”, sagt Stegmann und lächelt.   

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